Du kannst aus den Wipfeln und dem Harz von Fichten und Tannen unglaublich kraftvolle Dinge herstellen – Hustensirup, Salben, Räucherwerk.
Aber:
Die Eibe ist hochgiftig. Schon kleine Mengen können tödlich sein.
Darum gilt:
Du musst diese drei Nadelbäume wirklich sicher unterscheiden können.
Kurzer Check für dich:
- Du erkennst alle drei sofort? → Perfekt. Geh sammeln.
- Du bist unsicher? → Dann lies weiter. Genau hier passieren die Fehler.
Am Ende findest du auch die Auflösung zum Bild.
Die Fichte – Picea abies
Kurz gesagt: Die Fichte sticht.
So erkennst du sie:
- Nadeln
- Rund um den Zweig verteilt
- Spitz und hart → pieksen deutlich
- Klassischer Merksatz: „Die Fichte sticht“
Zapfen
- Hängen nach unten
- Fallen komplett als Ganzes ab
- Liegen oft am Boden → klares Zeichen
Wuchs
- Spitze Baumkrone
- Äste oft leicht gebogen
Rinde
- Jung: eher rötlich
- Alt: graubraun, schuppig
Inhaltsstoffe & Verwendung
- Ätherische Öle (Monoterpene)
- Harze
- Viel Vitamin C in den frischen Wipfeln
- Die jungen Triebspitzen schmecken leicht zitronig und sind ideal für Sirup oder Oxymel.
Die Tanne – Abies alba
Kurz gesagt: Die Tanne ist weich.
So erkennst du sie:
- Nadeln
- Flach und weich → stechen nicht
- Unterseite mit zwei weißen Streifen (wichtig!)
- Leicht biegbar
Zapfen
- Stehen aufrecht am Ast
- Fallen nicht als Ganzes herunter
- Zerfallen am Baum
Wuchs
- Schlanker, oft lichter aufgebaut
Rinde
- Jung: glatt und grau
- Später: leicht rissig
Wirkung & Anwendung
- Schleimlösend
- Unterstützt die Atemwege
- Traditionell auch für Zahnfleisch (Harz)
Die Wipfel sind ähnlich wertvoll wie bei der Fichte – perfekt für Erkältungszeit.
Die Eibe - Taxus baccata
Hier gibt es keine Grauzone.
Wenn du unsicher bist → nicht sammeln.
So erkennst du sie:
- Nadeln
- Weich, biegsam, stechen nicht
- Keine weißen Streifen (Unterschied zur Tanne!)
- Oben dunkelgrün, unten heller
- Kaum bis kein Duft
Wuchs
- Oft strauchförmig, mehrstämmig
- Kann aber auch groß werden → macht es tricky
Rinde
- Dünn, schuppig
- Oft mehrere Stämme nebeneinander
Früchte
- Roter Fruchtmantel ist nicht giftig
- Aber: Der Kern darin ist giftig
Wichtig zur Giftigkeit
- Alle Pflanzenteile (ausser dem roten Fruchtfleisch) enthalten hochgiftige Stoffe.
Symptome einer Vergiftung:
- Übelkeit, Erbrechen
- Bauchkrämpfe
- Pulsverlangsamung
- Bewusstseinsverlust
- Atem- oder Kreislaufstillstand
Das ist kein „ein bisschen unverträglich“. Das ist ernst.
Die Auflösung zum ersten Bild
1. Fichte
2. Tanne
3. Tanne
4. Fichte
5. Eibe
6. Eibe
Ernten mit Respekt
Wenn du sammelst, dann bewusst:
- Nur ernten, wenn du zu 100 % sicher bist
- Pro Ast max. 2–3 Wipfel
- Nicht einen ganzen Baum plündern
- Weitergehen, statt alles an einem Ort zu nehmen
Du greifst in ein lebendiges System ein. Also mit Respekt.
Und du?
Wie gefällt dir der Beitrag? Fühlst du dich nun sicherer im richtigen Erkennen?
Hinterlasse dein Kommentar und berichte von deinen Erfahrungen!
Alles Liebe, Linda
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Maria Angela Aiello (Montag, 06 März 2023 19:55)
Ich habe in deinem Blog klare und einleuchtende Unterschiede zwischen Eibe und Weisstanne nachgelesen . Dass die Nadeln nicht duften ist für mich als Riechtier ein prägender Hinwies . Besten Dank für dein Engagement . Ich werde ab und zu bei dir rumschnüffeln .
Liebe Grüsse
Maria Angela
pukispelog.de (Montag, 15 Mai 2023 20:28)
Der Hinweis auf die Nadelstreifen ist sehr hilfreich - vielleicht lerne ich endlich so, die Tanne zu bestimmen. Und der fehlende Duft bei der Eibe ist auch ein Merkmal, das ich mir gut merken kann. Ich gehe demnächst auf Suche und probiere die Tipps aus. Vielen Dank!
Sandra (Donnerstag, 18 Mai 2023 11:31)
Danke es war sehr lehrreich. Der Beitrag hat mir geholfen die 3 Bäume gut zu unterscheiden. Voralllem die Eibe die ja so giftig ist. Vielen Dank
Katrin (Dienstag, 14 November 2023 11:53)
Hallo,
Vielen Dank für ihre Hilfe zur Unterscheidung der Nadelbäume!
Ich möchte sie dringend bitten bei der Eibe etwas hinzu zu fügen. Sie schreiben:
"Die Eibe ist eine geschütze Pflanze und alle Pflanzenteile von ihr (ausser dem roten Fruchtmantel) sind stark giftig."
Sie schreiben hier nichts über den Fruchtkern der Frucht. Der ist nämlich stark giftig! Wer ihre Beschreibung über den Fruchtmantel liest, könnte auf die Idee kommen die gesamte Frucht in den Mund zu stecken. (Auch wenn Sie es nicht so geschrieben haben.)
Ich würde deshalb deutlich dazuschrieben, dass man die Frucht auf keinen Fall in den Mund stecken darf.
Liebe Grüße,
Katrin
Susan (Montag, 22 April 2024 21:00)
Vielen herzlichen Dank für diese sehr schönen Beiträge.
Heike (Dienstag, 23 Dezember 2025 10:16)
Wow, war das exakt beschrieben. Sehr eindrucksvoll, liebevoll und hilfreich - wir mussten einen Baum im Vorgarten einordnen (bevor das Amt für Natur- und Landschaftsschutz draufschaut), vielen Dank.